Abgeschlossene Forschungsprojekte

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Nachlass Hans Kaiser

Der aus etwa 500 Werken bestehende Nachlass des Künstlers wurde 2002 ins Gustav-Lübcke-Museum überführt. Kaiser hinterließ ein schillerndes Lebenswerk, welches sowohl Porträts als auch Landschaften, Stillleben sowie abstrakte Kompositionen umfasst.

Besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung hat Kaiser bislang vor allem für seine ab den späten 1950er Jahren entstandenen informellen Arbeiten erhalten, von denen ebenfalls Schlüsselwerke im Besitz des Museums sind. Neben zahlreichen Zeichnungen und Gemälden schuf er jedoch auch Glasfenster, Mosaike und Sgraffiti. Einige Entwürfe, die er für solche Arbeiten anfertigte, sind Teil des umfassenden Werkkonvolutes.

Ziel des Projektes war es, den Bestand zu systematisieren sowie kunsthistorisch zu kontextualisieren. Die durch den Nachlass deutlich werdenden unterschiedlichen Facetten zeichnen das Bild eines Künstlers, der in den politisch turbulenten 1930er und 1940er Jahren eine künstlerische Identität entwickeln musste. Kaiser, der eine enge Verbindung zu Hamm und Soest besaß, gilt heute als einer der bedeutendsten informellen Künstler aus dem westfälischen Raum.

Eine umfangreiche Erforschung seines Œuvres blieb bislang jedoch aus. Die Bindung des Künstlers an das Gustav-Lübcke-Museum, welches 1949 die erste Einzelausstellung Kaisers zeigte, wird mit dem Forschungsprojekt gewahrt.

Das Forschungsprojekt leitete Lena Demary


gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Nachlass Theo Hölscher

Im Rahmen des Förderprogramms „Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW“ fördert das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen seit 2020 die kunsthistorische Forschung an nordrheinwestfälischen Museen. Teil dieses Programms ist auch das Gustav-Lübcke-Museum, das mittels der Förderung eine Forschungsstelle zur Erschließung des zeichnerischen und malerischen Nachlasses von Theo Hölscher (1895–1966) einrichten konnte.

Das Forschungsprojekt am Gustav-Lübcke-Museum „Nachlass Hölscher“ gehört zum Bereich Sammlungsforschung und basiert auf der digitalen Inventarisierung und Sichtung des Nachlasses von T. Hölscher (1895-1966), welche nicht nur mehr als 650 Werke vom Künstler selbst, sondern auch seine Sammlung zeitgenössischer Künstler beinhaltet. Der größte Teil des Nachlasses wurde im Jahr 1991 dem Museum übergegeben, obwohl einige Teile des Konvoluts schon seit 1978 von der Witwe des Künstlers angekauft wurden.
Hauptziel des Forschungsprojektes ist nicht nur die Systematisierung, sondern auch die kunsthistorische Verortung der Gegenstände aus diesem Konvolut. Zwar war Theo Hölscher ein geborener Münsteraner, arbeitete jedoch als Kunstpädagoge in Hamm; somit war diese Stadt häufiges Motiv seiner Gemälde und Zeichnungen, was bereits 2018 durch die Ausstellung „Hamm – Mit Hölschers Augen und mit dem Fotoobjektiv von Jürgen Post“ im Gustav-Lübcke Museum veranschaulicht wurde. 
Sein Œuvre begrenzt sich nicht nur auf Landschaftsmalerei, sondern zeigt ein breites Spektrum der Gattungen. Stilistisch hatte er eine kurze impressionistische Phase, welche sich durch das Studium an der Kunstakademie in Kassel und durch den Einfluss seines Lehrers Kay H. Nebels, zum Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit wandelte.

Das Ende der 1930er und 1940er Jahre kennzeichnet sich durch die Annäherung zum Realismus. In der Nachkriegszeit experimentierte Hölscher mit anderen Stilrichtungen, bis er sich in den 1960er Jahren komplett der abstrakten Malerei widmete.
Der Schwerpunkt der Forschung liegt auf dem von T. Hölscher mitgegründeten Künstlerbund "Junges Westfalen" (1927-1932), da dieser stark durch den anderen Mitbegründer Heinrich Ossenberg mit der Geschichte des Gustav-Lübcke-Museums verbunden ist. Ebenfalls ermöglicht diese Schwerpunktsetzung auch anderen Künstlern, wie z. B. E. Viegener, J. Wedewer, T. Brün, A. Schamoni, O. Coester, J. Horn und F. Marten, deren Werke in Hölschers Nachlass vorhanden sind, thematisch einzubinden.
Dies zeigt auch das Profil der Kunstsammlung des Gustav-Lübcke-Museums, dessen Kern sich durch die Hammenser Künstlerszene und der Umgebung gebildet hat. Abschließend werden in der Studioausstellung und dem begleitenden Katalog die Forschungsergebnisse präsentiert, die Mitte des Jahres 2024 eröffnet wird.

Begleitheft zur Ausstellung

Das Forschungsprojekt leitete Elizaveta Isakova 


gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

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