Angewandte Kunst

Funktionalität & Design

Schon seit jeher verlangen die Menschen danach, Geräte des Alltags über die bloße Forderung nach ihrer Funktionalität hinausgehend zu verzieren oder zumindest der Form eine ästhetische Erscheinung zu geben.

Angewandte Kunst

Aus diesem Bestreben heraus entstanden die Objekte, die Sie in der Abteilung Angewandte Kunst entdecken können.
Am Beginn des Rundgangs stehen Gustav und Therese Lübcke mit einigen ausgewählten Objekten aus ihrer riesigen kunstgewerblichen Sammlung, die das Stifterpaar dem Museum im Jahr 1917 übereignete. Antike Gefäße aus feinem Glas, Keramiken aus aller Welt, mittelalterliche Madonnenstatuen, Bronzemörser aus der Renaissance, klassizistische Leuchterpaare, mächtige Bernsteinketten aus dem Historismus, historische Bücher und Münzen dokumentieren nicht nur die universale Sammelleidenschaft von Gustav Lübcke, sondern spielen auch auf die kunst- und kulturgeschichtliche Vielfalt an, für die das Museum auch heute noch steht.

Im Weiteren konzentriert sich die Präsentation auf die Materialwelten der angewandten Kunst. Porzellane, Keramiken sowie Objekte aus Gold, Silber, Messing, Zinn und Glas aus unterschiedlichen Epochen öffnen den Blick für die ästhetische Variationsbreite und für den stilistischen und funktionellen Wandel, dem die Artefakte im Laufe der Jahrhunderte unterworfen waren. In einem Bereich trifft man auf eine doppelreihige Parade mit Stühlen aus der Zeit des Rokoko bis ins 20. Jahrhundert, darunter Stuhlklassiker internationaler Designer. Gegenüber den ausgestellten Stuhlreihen werden die Betrachtenden zum Sitzen eingeladen, zu einem gedanklichen Schwelgen durch die Stuhlgeschichte. Die gezeigten Varianten machen deutlich, wie facettenreich sich das heute selbstverständliche Sitzmöbel zeigt.

Der zweite Ausstellungsteil bietet aufeinanderfolgend drei Wohnensembles aus dem 19. Jahrhundert. Möbel aus Biedermeier, Historismus und Jugendstil sind zu Wohnwelten vergangener Zeiten ästhetisch arrangiert. In Entsprechung dazu ist das breite Spektrum an alltagstauglichen wie kunstvoll veredelten Kleinobjekten, die den Zeitgeschmack widerspiegeln, zu sehen. Filigran verzierte Nadelbücher oder Sammeltassen als Reisesouvenirs des Biedermeier, pompöse Perlentaschen und reich gravierte Duellpistolen des Historismus, bleifreies exquisites Zinngeschirr und irisierendes Glas des Jugendstils öffnen nicht nur Augen und Herz, sondern wecken Neugier an längst vergessenen Kleinodien.

Eine besondere Begegnung in der Abteilung Angewandte Kunst ermöglichen die genialen „Interventionen“ von Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart. Sie orientierten sich an historischen Highlights und ersonnen dazu Neues. So entstanden spannende Zusammenspiele, die der Museumssammlung eine geistreiche Frische geben und den Rundgang zu einem besonders anregenden Erlebnis machen.

Für Kinder liegt ein Rätselheft bereit, das zu einer spannenden, unterhaltsam-bildenden Spurensuche durch die gesamte Abteilung einlädt.

Kontaktieren Sie gerne: Dr. Diana Lenz-Weber


Foto: © Heinz Feußner, Hamm

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