Bildende Kunst

Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Die Präsentation der Bildenden Kunst im architektonisch originellen Trakt des Museums, dem sogenannten S-Flügel, bietet einen Spaziergang durch einige sammlungsrelevante künstlerische Epochen vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Bildende Kunst

Rund 70 Werke von etwa 50 Kunstschaffenden verschiedener Positionen eröffnen spannende wie anregende Vergleiche, Blickwinkel und Sichtachsen. Den Auftakt bilden Gemälde der Düsseldorfer Malerschule um 1900 aus der Kollektion des ersten Museumsdirektors Gustav Lübcke. Die heimatlichen, oft im Freien gemalten Landschaftsdarstellungen sowie die aus dem Leben erzählenden Genrebilder waren begehrte Publikumslieblinge und spiegeln die facettenreiche Kunsttätigkeit der Zeit wider. Der romantisierenden Kunst gegenübergestellt, repräsentieren Malereien des Expressionismus die revolutionierende Avantgarde. Die Präsentation von Arbeiten vorwiegend westfälischer Protagonisten wie August Macke, Hermann Stenner, Adolf Erbslöh und Eberhard Viegener offenbart schlaglichtartig die hohe künstlerische Qualität der Werke. Dem aus Soest stammenden bedeutenden Maler Wilhelm Morgner (1891–1917), von dem das Museum ein umfassendes Konvolut besitzt, ist ein größerer Bereich gewidmet. Vom Expressionismus wird eine Brücke zum Informel geschlagen, jener gestisch-abstrakten Richtung, die ihre traumatischen Erfahrungen im NS-Regime auf eigene Art verarbeitete.

Die von den Künstlern erfundenen Zeichen, Farb-Rhythmen und unterschiedlichen Materialien – all das diente zum Ausdruck einer besonderen, einzelnen Künstlerindividualität, eines persönlichen Gefühls, das die Betrachtenden erschüttern sollte.

Nicht zuletzt dank der umfangreichen Vermächtnisse des Soester Künstlers Hans Kaiser und des aus Köln gebürtigen Jupp Lückeroth, aber auch durch zahlreiche Einzelerwerbungen bildet das Informel einen der größten Schwerpunkte der Kunstsammlung des Hauses. Das Informel ist vertreten durch namhafte nordrhein-westfälische Künstler wie Fritz Winter, Peter Brüning, Emil Schumacher, Hann Trier, Fred Thieler und Gerhard Hoehme. Der informellen Kunst gegenübergestellt sind Werke der Konkreten Kunst von Malern und Bildhauern wie Heinrich Siepmann und Günther Zins, die mit ihren klaren Formen einen Kontrast oder Kontrapunkt zu den gestischen Abstraktionen schaffen.

Im Kabinett „Viel zu schade für die Lade“ verspricht eine wechselnde Hängung der fragilen, meist im Verborgenen bewahrten Schätze der Grafischen Sammlung immer wieder neue Einblicke in die reichen Bestände des Hauses. Einen kindgerechten Zugang zu den Exponaten bietet die reich illustrierte Broschüre „Kunstabenteuer“ mit spannenden Rätsel- und Suchspielen.

Kontaktieren Sie gerne: Dr. Diana Lenz-Weber

 

Foto: © Gustav-Lübcke-Museum Hamm 

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